Abschlusstagung am 07.-08.10.2021

Abschlusstagung: Zeit und Nachhaltigkeit

Tagung findet corona-bedingt digital statt

 Forschungsprojekt Zeit-Rebound, Zeitwohlstand und Nachhaltiger Konsum (ReZeitKon)
Deutsche Gesellschaft für Zeitpolitik (DGfZP)
Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW)

7. bis 8. Oktober 2021, Digitalkonferenz
(Angepasstes Digitalprogramm & Links zu den Räumen werden an alle registrierten
Teilnehmer:innen nach dem 20. September versendet)

Der Corona-Krisenstab der TU Berlin sieht derzeit keine Möglichkeit, größere Präsenztagungen im kommenden Wintersemester zu genehmigen. Ausnahmen für 1G, 2G oder 3G sind nicht vorgesehen. Daher wird es trotz der Verschiebung unserer Tagung vom 21. und 22. Juni auf den 7. und 8. Oktober 2021 leider nicht möglich sein die Tagung in Präsenz durchzuführen. Wir bedauern dies sehr, freuen uns aber ebenso sehr auf den digitalen Austausch am 7. und 8. Oktober 2021. Ein angepasstes Programm sowie die Zugangsdaten zu den verschiedenen Zoom-Räumen würden wir Ihnen dann in der Woche vom 20. September zukommen lassen. Ein Tagungsbeitrag entfällt unter diesen Umständen selbstverständlich. Dieser darf natürlich gerne an die Deutsche Gesellschaft für Zeitpolitik oder die Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung gespendet werden.
 
Zum Besuch einer Tagung gehören natürlich immer zwei Dinge: zum einen spannende Vorträge, Diskussionen und neue Ideen. Wir versprechen Ihnen, dass wir all dies auch im digitalen Raum ermöglichen werden. Zum anderen aber auch der informelle Austausch, der Plausch am Rande und die zufälligen Begegnungen und Gespräche sowie das Wiedersehen alter Bekannter. Dies ist im digitalen Raum deutlich schwieriger zu realisieren. Daher haben wir den kleinen Saal im Max und Moritz, eine Alt-Berliner Kneipe am Oranienplatz in Kreuzberg, für Donnerstagabend ab 18 Uhr am 7.10.2021 reserviert. Der kleine Saal fasst unter den derzeitigen Hygieneauflagen (3G) zwischen 30 und 40 Personen. Bitte melden Sie uns doch ebenfalls bis zum 15.9. verbindlich zurück, ob Sie am Dinner zum Selbstkostenpreis teilnehmen werden. Der Küche erleichtern Sie es enorm, wenn Sie bereits angeben könnten, was Sie essen wollen würden und ob sie vegetarisch/vegane Küche bevorzugen. Eine Speisekarte finden Sie hier: http://www.maxundmoritzberlin.de/pdf/MM_Coronakarte_2021_essen.pdf. Bei reger Teilnahme würde aus logistischen Gründen ein Buffet erstellt werden.
 
Wir hoffen auf diese Weise das Beste aus beiden Welten zusammenzubringen und freuen uns schon sehr auf die gemeinsame Tagung!

Anmeldeformular

Wir haben den kleinen Saal im Max und Moritz, eine Alt-Berliner Kneipe am Oranienplatz in Kreuzberg, für Donnerstagabend ab 18 Uhr am 7.10.2021 reserviert. Der kleine Saal fasst unter den derzeitigen Hygieneauflagen (3G) zwischen 30 und 40 Personen. Bitte melden Sie uns doch ebenfalls bis zum 15.9. verbindlich zurück, ob Sie am Dinner zum Selbstkostenpreis teilnehmen werden. Der Küche erleichtern Sie es enorm, wenn Sie bereits angeben könnten, was Sie essen wollen würden und ob sie vegetarisch/vegane Küche bevorzugen. Eine Speisekarte finden Sie hier: http://www.maxundmoritzberlin.de/pdf/MM_Coronakarte_2021_essen.pdf. Bei reger Teilnahme würde aus logistischen Gründen ein Buffet erstellt werden.

Link zur Datenschutzerklärung

Session II: Konzeption und Messung von Zeitwohlstand

Gerrit von Jorck (TU Berlin):
Zeitwohlstand – Definition und Operationalisierungen eines nicht-materiellen Verständnisses von Wohlstand: ein systematisches Literatur Review

Sonja Geiger (Universität Gießen), Jan-Philipp Freudenstein (FU Berlin), Gerrit von Jorck, Stefanie Gerold, Ulf Schrader (TU Berlin):
Zeitwohlstand: Messung, Treiber und Konsequenzen

Session III: Konzeption und Messung von Zeit-Rebound-Effekten

Johannes Buhl, Lorenz Erdmann (Fraunhofer ISI), Sonja Geiger (Universität Gießen), Stefanie Gerold (TU Berlin), Gerrit von Jorck (TU Berlin), Ulf Schrader (TU Berlin):
Zeitnutzungs-Rebound-Effekte durch die Einführung zeiteffizienter Praktiken in Deutschland

Lorenz Erdmann, Matthias Pfaff, Max Priebe, Meent Mangels (Fraunhofer ISI):
Die Verwendung „eingesparter“ Zeitbudgets in sozial-ökologischer und prospektiver Perspektive (PDF-Download)

Barbara Smetschka, Dominik Wiedenhofer, Veronika Gaube (Universität für Bodenkultur Wien):
Zeit zwischen Klimakrise, Alltagsstress und Lebensqualität (PDF-Download)

Session IV: Umwelteffekte von Erwerbsarbeit

Franziska Klein, Stefan Drews, Ivan Savin, Jeroen van den Bergh (Universitat Autònoma de Barcelona):
Time-use analysis of work patterns, leisure activities and resulting energy use for Finland and France (Vortrag auf Deutsch) (PDF-Download)

Katharina Bohnenberger (Uni Duisburg-Essen):
Taxonomie nachhaltiger Erwerbsarbeit (PDF-Download)

Hugo Hanbury, Christoph Bader, Sebastian Neubert, Stephanie Moser (Universität Bern):
Individuelle Zeiteinteilung als Rahmenbedingung des Zeiteffekts einer Erwerbsarbeitszeitreduktion (PDF-Download)

Session V: Zeitgestaltung und Bildung für nachhaltige Entwicklung
Session VI: Zeitpolitik und nachhaltige Mediennutzung
Session VII: Zeit, Corona und nachhaltige Lebensführung
Session VIII: Selbstbestimmtes Arbeiten und nachhaltige Lebensführung
Session IX: Zeit und nachhaltige Landwirtschaft
Über die Tagung

Zeitwohlstand

Das Konzept des Zeitwohlstands wird bereits seit den 1990er Jahren intensiv in unterschiedlichen Disziplinen beforscht und auch in der Gesellschaft zeichnet sich eine zunehmende Sensibilisierung gegenüber der Bedeutung von Zeit als Dimension von Lebensqualität ab. Wie Menschen mit Zeit umgehen, hat vielfältige Konsequenzen für Gesellschaft und Umwelt. Zeitwohlstand und Suffizienz können sich dabei gegenseitig stärken und bedingen, während ein Mangel an Zeit wiederum zu negativen Umwelteffekten führen kann.

Ziele

Im Rahmen dieser inter- und transdisziplinären Tagung „Zeit und Nachhaltigkeit“ soll die Bedeutung der Zeit für nachhaltigen Konsum erörtert werden. Wir wünschen uns einen pluralen Austausch zwischen allen Disziplinen, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Zeit und Nachhaltigkeit beschäftigen und (zeit-)politische Perspektiven sozialökologischer Gesellschaftsgestaltung aufzeigen.

Zeit-Rebound-Effekte

Hinter dem Einsatz effizienter Techniken und Praktiken in Arbeitswelt und Privatleben steht meistens die Erwartung, Zeit einzusparen. Trotzdem bleibt oft das Gefühl, insgesamt immer weniger Zeit zur Verfügung zu haben. Ein Grund ist, dass mehr Tätigkeiten in immer kürzerer Zeit und schneller wechselnder Abfolge erledigt werden. Der Einsatz „zeitsparender“ Techniken und Praktiken hat also oft die paradoxe Wirkung, Zeitnot zu erhöhen. Ein solcher Zeit-Rebound-Effekt kann sich wiederum negativ auf die Umwelt auswirken: Ist die Zeit „knapp“, werden schnelle, aber ressourcenintensive Konsumangebote wie Online-Shopping und Inlandsflüge attraktiver. Zusätzlich belohnen sich viele Menschen mit dem Kauf von Konsumgütern, um einen Ausgleich zum dichten und belastenden Alltag zu finden. Für die eigentliche Nutzung dieser Dinge fehlt dann wiederum oft die Zeit. Die ungelesenen Bücher oder ungenutzten Fitnessgeräte können die erlebte Zeitnot sogar noch weiter erhöhen, indem sie uns als ungenutzte Möglichkeiten latent unter Druck setzen. Um sich diese Güter leisten zu können, ist ein gewisses Ausmaß an Erwerbsarbeit notwendig: eine Beschleunigungsspirale wird in Gang gesetzt. Allerdings können negative Umwelteffekte auch als Folge von zusätzlicher freier Zeit auftreten, zum Beispiel, wenn Arbeitszeitverkürzungen für ressourcenintensive Hobbies wie das Reisen genutzt werden. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Rahmenbedingen und Kompetenzen notwendig sind, damit sich Zeitwohlstand in nachhaltige Lebensweisen übersetzt.

Wir freuen uns auf die gemeinsame Diskussion!

Gefördert durch: