Abschlusstagung am 07.-08.10.2021

Abschlusstagung: Zeit und Nachhaltigkeit

Veranstalter:

Forschungsprojekt Zeit-Rebound, Zeitwohlstand und Nachhaltiger Konsum (ReZeitKon)
Deutsche Gesellschaft für Zeitpolitik (DGfZP)
Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW)
Zum Programmheft (PDF-Download)

7. bis 8. Oktober 2021, TU Berlin Hauptgebäude, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin

Die Planung und Durchführung der Tagung im Präsenzformat findet hinsichtlich der unklaren Entwicklung der COVID-19-Pandemie unter Vorbehalt statt. Eine endgültige Entscheidung, ob ein Präsenzformat möglich sein wird, wird unter Berücksichtigung der dann vorherrschenden Lage in der ersten Septemberwoche gefällt. Aus diesem Grund werden wir eine Zahlungsaufforderung für die Teilnahme erst zu einem späteren Zeitpunkt versenden. Sollte eine Tagung in Präsenz nicht möglich sein, wird es auf jeden Fall ein digitales Format geben. Hierfür würde kein Teilnahmebeitrag erhoben werden.
Unter Berücksichtigung der veränderten Lage werden wir unser Hygienekonzept und Maßnahmen zur sicheren Durchführung der Tagung in enger Absprache mit dem Krisenstab und Eventmanagement der TU Berlin fortwährend aktualisieren. Über die Hygieneregeln und Schutzmaßnahmen werden wir alle Teilnehmer*Innen vor der Tagung informieren. Der Hygieneplan macht auch die Erfassung ihrer Kontaktdaten notwendig.

Anmeldeformular

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Programm

Donnerstag, 7.10.2021

11.00 Ankommen

11.15 Begrüßung und Einführung

Moderation: Jana Gebauer, Die Wirtschaft der Anderen

Gerrit von Jorck, TU Berlin, Vorstand der VÖW
Ulf Schrader, TU Berlin, Verbundleiter ReZeitKon
Fritz Reheis, Universität Bamberg, Vorstand der DGfZP

12.15 Mittagsimbiss

12.45 World Café

Moderation: Jana Gebauer, Die Wirtschaft der Anderen
Braucht Nachhaltigkeit Zeit?
Wo hindert uns Zeitknappheit an einer nachhaltigen Lebensführung? Wie sieht eine Welt aus, in welcher Zeitwohlstand realisiert ist? Wie lässt sich ausgehend von heute Zeitwohlstand realisieren?

14.00 Sessions I-III

Session I: Zeitgestaltungskompetenz
Moderation: Claire Grauer, Leuphana Universität

Session II: Konzeption und Messung von Zeitwohlstand
Moderation: Stefanie Gerold, TU Berlin

Session III: Konzeption und Messung von Zeit-Rebound-Effekten
Moderation: Kerstin Cuhls, Fraunhofer ISI

15.30 Kaffee & Kuchen

16.00 Transition Theater
Zeitwohlstand in Zeiten (nach) der Corona- Pandemie und Klimakrise?
Moderation: Dominik Werner, Transition Theater

18.30 Abendessen & informeller Ausklang

Freitag, 8.10.2021

9.00 Fishbowl
Sozial-ökologische Transformation – eine Frage der Zeit?!
Moderation: Jana Gebauer, Die Wirtschaft der Anderen
Impuls: Jürgen Rinderspacher, Universität Münster
Anfangsbesetzung: Annett Hermann (Diakonie Deutschland), Angelika Zahrnt (BUND e.V.), Norbert Reuter (ver.di), Tilman Santorius (TU Berlin)

10.30 Pause

11.00 Sessions IV-VI

Session IV: Umwelteffekte von Erwerbsarbeit
Moderation: Jana Flemming, Wissenschaftszentrum Berlin, AG sozialökologische Arbeits- und Zeitforschung der VÖW

Session V: Zeitgestaltung und Bildung für nachhaltige Entwicklung
Moderation: Claire Grauer, Leuphana Universität

Session VI: Zeitpolitik und nachhaltige Mediennutzung
Moderation: Elke Großer, DGfZP

12.30 Mittagspause

14.00 Sessions VII-IX

Session VII: Zeit, Corona und nachhaltige Lebensführung
Moderation: Ingmar Mundt, Universität Passau und AG sozial-ökologische Arbeits- und Zeitforschung der VÖW

Session VIII: Selbstbestimmtes Arbeiten und nachhaltige Lebensführung
Moderation: Björn Gernig, Universität Bremen und DGfZP

Session IX: Zeit und nachhaltige Landwirtschaft
Moderation: Maren Birkenstock, Thünen Institut für ländliche Räume,Vorstand der VÖW

15.30 Pause

15.40 Verabschiedung & Reflexion der Tagung
Moderation: Gerrit von Jorck, TU Berlin und Vorstand der VÖW

Dietrich Henckel, TU Berlin, Vorsitzender der DGfZP
Ulf Schrader, TU Berlin, Verbundleiter ReZeitKon
Bernd Siebenhüner, Universität Oldenburg, Vorsitzender der VÖW

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Die Mitgliederversammlung der DGfZP und der VÖW sowie die AG Zeitpioniere findet im Anschluss an die Tagung statt:

Freitag, 8.10.2021, 16.15-17.00 Uhr

Session II: Konzeption und Messung von Zeitwohlstand

Gerrit von Jorck (TU Berlin):
Zeitwohlstand – Definition und Operationalisierungen eines nicht-materiellen Verständnisses von Wohlstand: ein systematisches Literatur Review

Sonja Geiger (Universität Gießen), Jan-Philipp Freudenstein (FU Berlin), Gerrit von Jorck, Stefanie Gerold, Ulf Schrader (TU Berlin):
Zeitwohlstand: Messung, Treiber und Konsequenzen

Session III: Konzeption und Messung von Zeit-Rebound-Effekten

Johannes Buhl, Lorenz Erdmann (Fraunhofer ISI), Sonja Geiger (Universität Gießen), Stefanie Gerold (TU Berlin), Gerrit von Jorck (TU Berlin), Ulf Schrader (TU Berlin):
Zeitnutzungs-Rebound-Effekte durch die Einführung zeiteffizienter Praktiken in Deutschland

Lorenz Erdmann, Matthias Pfaff, Max Priebe, Meent Mangels (Fraunhofer ISI):
Die Verwendung „eingesparter“ Zeitbudgets in sozial-ökologischer und prospektiver Perspektive (PDF-Download)

Barbara Smetschka, Dominik Wiedenhofer, Veronika Gaube (Universität für Bodenkultur Wien):
Zeit zwischen Klimakrise, Alltagsstress und Lebensqualität (PDF-Download)

Session IV: Umwelteffekte von Erwerbsarbeit

Franziska Klein, Stefan Drews, Ivan Savin, Jeroen van den Bergh (Universitat Autònoma de Barcelona):
Time-use analysis of work patterns, leisure activities and resulting energy use for Finland and France (Vortrag auf Deutsch) (PDF-Download)

Katharina Bohnenberger (Uni Duisburg-Essen):
Taxonomie nachhaltiger Erwerbsarbeit (PDF-Download)

Hugo Hanbury, Christoph Bader, Sebastian Neubert, Stephanie Moser (Universität Bern):
Individuelle Zeiteinteilung als Rahmenbedingung des Zeiteffekts einer Erwerbsarbeitszeitreduktion (PDF-Download)

Session V: Zeitgestaltung und Bildung für nachhaltige Entwicklung
Session VI: Zeitpolitik und nachhaltige Mediennutzung
Session VII: Zeit, Corona und nachhaltige Lebensführung
Session IX: Zeit und nachhaltige Landwirtschaft
Über die Tagung

Zeitwohlstand

Das Konzept des Zeitwohlstands wird bereits seit den 1990er Jahren intensiv in unterschiedlichen Disziplinen beforscht und auch in der Gesellschaft zeichnet sich eine zunehmende Sensibilisierung gegenüber der Bedeutung von Zeit als Dimension von Lebensqualität ab. Wie Menschen mit Zeit umgehen, hat vielfältige Konsequenzen für Gesellschaft und Umwelt. Zeitwohlstand und Suffizienz können sich dabei gegenseitig stärken und bedingen, während ein Mangel an Zeit wiederum zu negativen Umwelteffekten führen kann.

Ziele

Im Rahmen dieser inter- und transdisziplinären Tagung „Zeit und Nachhaltigkeit“ soll die Bedeutung der Zeit für nachhaltigen Konsum erörtert werden. Wir wünschen uns einen pluralen Austausch zwischen allen Disziplinen, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Zeit und Nachhaltigkeit beschäftigen und (zeit-)politische Perspektiven sozialökologischer Gesellschaftsgestaltung aufzeigen.

Zeit-Rebound-Effekte

Hinter dem Einsatz effizienter Techniken und Praktiken in Arbeitswelt und Privatleben steht meistens die Erwartung, Zeit einzusparen. Trotzdem bleibt oft das Gefühl, insgesamt immer weniger Zeit zur Verfügung zu haben. Ein Grund ist, dass mehr Tätigkeiten in immer kürzerer Zeit und schneller wechselnder Abfolge erledigt werden. Der Einsatz „zeitsparender“ Techniken und Praktiken hat also oft die paradoxe Wirkung, Zeitnot zu erhöhen. Ein solcher Zeit-Rebound-Effekt kann sich wiederum negativ auf die Umwelt auswirken: Ist die Zeit „knapp“, werden schnelle, aber ressourcenintensive Konsumangebote wie Online-Shopping und Inlandsflüge attraktiver. Zusätzlich belohnen sich viele Menschen mit dem Kauf von Konsumgütern, um einen Ausgleich zum dichten und belastenden Alltag zu finden. Für die eigentliche Nutzung dieser Dinge fehlt dann wiederum oft die Zeit. Die ungelesenen Bücher oder ungenutzten Fitnessgeräte können die erlebte Zeitnot sogar noch weiter erhöhen, indem sie uns als ungenutzte Möglichkeiten latent unter Druck setzen. Um sich diese Güter leisten zu können, ist ein gewisses Ausmaß an Erwerbsarbeit notwendig: eine Beschleunigungsspirale wird in Gang gesetzt. Allerdings können negative Umwelteffekte auch als Folge von zusätzlicher freier Zeit auftreten, zum Beispiel, wenn Arbeitszeitverkürzungen für ressourcenintensive Hobbies wie das Reisen genutzt werden. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Rahmenbedingen und Kompetenzen notwendig sind, damit sich Zeitwohlstand in nachhaltige Lebensweisen übersetzt.

Wir freuen uns auf die gemeinsame Diskussion!

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